An neun Stationen auf dem Burggelände lässt sich die Geschichte der Wachtenburg erkunden — von der Zugbrücke am Haupttor bis zu den verborgenen Fundamenten der Kernburg. Jede Station erzählt ein Kapitel aus über 900 Jahren Burggeschichte.

Die neun Stationen
Vor dem äußeren Tor setzte die Zugbrücke an, etwa 3 bis 4 Meter lang. Ihre Unterseite war mit Eisenplatten beschlagen. Zog man die Brücke hoch, schützten die Platten die Holzkonstruktion vor Brandpfeilen.
Wer das Haupttor passiert hatte, war noch nicht in der Burg! Erst gelangte man in den Zwinger, der an beiden Seiten von hohen Mauern flankiert wurde — eine taktische Falle für jeden Angreifer.
Nach Osten hin sehen wir die Außenseite der vorderen Palaswand. Dieser „neue” Palas war weitaus geräumiger als sein Vorgänger und diente als herrschaftlicher Wohnbau des 15. Jahrhunderts.
Die Hochschule Freiburg und der Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg erforschten die Ringmauer in mehreren Kampagnen gemeinsam — mit überraschenden Erkenntnissen über ihre wechselvolle Baugeschichte.
Wo heute ein Parkplatz liegt, befand sich früher der Halsgraben der Burg. Er war bis zu 12 Meter breit und 7 bis 8 Meter tief — ein gewaltiges Hindernis für jeden Belagerer.
Auf einem kleinen Felsplateau steht der Bergfried — oder das, was noch von ihm übrig ist. Von hier aus reichte der Blick einst weit über die Rheinebene. Der Turm ist das Wahrzeichen der Wachtenburg.
Wieso liegt der Burghof so hoch und der Zugang so viel tiefer? Die Zisterne im Burghof war lebenswichtig: Sie sammelte Regenwasser und filterte es für den Gebrauch der Burgbewohner.
Schon lange vor der Erfindung des Schießpulvers trieb die Waffentechnik den Ausbau der Burgen voran. Ständig musste die Verteidigung mit der Angriffskunst Schritt halten — die Flankierungstürme sind ein eindrucksvolles Zeugnis davon.
Von 2007 bis 2009 gruben Archäologen auf der Burg. Die Universitäten Freiburg und Berlin unterstützten die Arbeiten. Dabei kamen Grundmauern und Funde zutage, die das Bild der Burg grundlegend bereicherten.
Mit dem Smartphone auf Zeitreise
An jeder Station auf dem Burggelände ist ein QR-Code angebracht. Einfach Smartphone zücken, Code scannen — und schon öffnet sich die jeweilige Stationsseite mit ausführlichen Erläuterungen, historischen Hintergründen und Abbildungen. Wer die Burg nicht vor Ort besuchen kann, erkundet alle Stationen auch bequem von zu Hause über die Links oben.
Der Burgrundgang verwandelt jeden Besuch in eine Entdeckungsreise — mit dem Smartphone als Zeitmaschine.